Die Bedeutung des Beitrags Asiens zur weltweiten Garnelenproduktion ist unbestritten. Bereits im Jahr 2013 entfielen auf diesen Kontinent 85 % der gesamten weltweiten Garnelenproduktion aus Aquakultur und 74 % der Wildfangmengen. Darüber hinaus entfielen auf Asien 62 % des weltweiten Garnelenexportvolumens.
Die neuesten Daten zeigen, dass 67 % der Zuchtgarnelen in Asien und rund 30 % in Lateinamerika produziert werden. Der Großteil der Garnelenzucht findet in China statt, gefolgt von Thailand, Indonesien, Indien, Vietnam, Brasilien, Ecuador und Bangladesch.
Die weltweite Rangliste der Garnelenexporteure blieb im ersten Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr unverändert: China, Indonesien, Thailand, Indien und Ecuador bildeten die fünf führenden Exporteure, was verdeutlicht, wie groß das Interesse an der Garnelenproduktion auf globaler Ebene ist.
Thailand, ehemals der weltweit führende Garnelenexporteur, hat besonders unter Produktionsverlusten infolge des Early Mortality Syndrome (EMS) gelitten, und das Exportvolumen wurde inzwischen von Vietnam, China und Indien übertroffen. China stellt ein außergewöhnliches Beispiel dar, da das Land massiv in die Zucht von Weißfußgarnelen investiert hat und gleichzeitig 88 % seiner Garnelenproduktion für den Inlandsverbrauch zurückbehält. Dies ist ein Hinweis auf die hohe Nachfrage nach Garnelen auf dem chinesischen Markt.
Auf dem europäischen Markt sind Lebensmittelsicherheit, Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lieferkette für europäische Garneleneinkäufer von großer Bedeutung. Um dies zu gewährleisten, verkürzen europäische Einkäufer die Länge ihrer Lieferketten und investieren in langfristige Beziehungen. Würden Entwicklungsländer die Anforderungen des europäischen Marktes hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit erfüllen, würde sich ihr Potenzial exponentiell erhöhen.
Die Nachfrage nach verzehrfertigen und einfach zuzubereitenden Garnelenprodukten steigt stetig an und entspricht damit dem allgemeinen Anstieg der Nachfrage nach Fertiggerichten.
Dieser wachsende Trend zu Fertiggerichten eröffnet dem Tiefkühlmarkt noch größere Chancen. Fast 90 % der Exporte von Meeresprodukten erfolgen in tiefgekühlter Form, wobei tiefgekühlte Garnelen den größten Marktanteil ausmachen.
Spanien ist der größte Produzent von tiefgefrorenen Meeresfrüchten in der EU, und laut Eurostat-Daten stammt ein Sechstel der europäischen Meeresprodukte ursprünglich aus Spanien. Etwa die Hälfte davon wird tiefgefroren.
Derzeit sind die Aussichten für die Zucht von Garnelen in Asien aufgrund der anhaltenden Krankheitsprobleme in China und in einigen Teilen Südostasiens sowie aufgrund von Problemen im Zusammenhang mit dem Klimawandel weiterhin wenig vielversprechend. China wird dennoch weiterhin den Weltmarkt und die Preise für Garnelen beeinflussen, sofern sich die heimische Produktion nicht verbessert.
Auf dem weltweiten Garnelenmarkt könnten die Preise steigen, was maßgeblich auf das mögliche Nachfragewachstum in Asien sowie die derzeitige geringe Produktion zurückzuführen ist.