Es ist wirklich interessant zu beobachten, dass bei der Suche nach dem weltweit führenden Anbieter bestimmter Frischprodukte von verschiedenen Quellen unterschiedliche Länder genannt werden, und dasselbe gilt auch für die weltweite Himbeerproduktion. Auf dem Markt für Tiefkühlkost fehlen noch mehr verlässliche Statistiken, doch wir können stets die wichtigsten Exporteure heranziehen, um ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wie die Zahlen aussehen.
Nach einigen Recherchen haben wir herausgefunden, dass die Rangliste der Himbeerproduzenten im Jahr 2015 wie folgt aussah: Russland (133.000 Tonnen), Polen (127.055 Tonnen), die USA (100.775 Tonnen), Serbien (96.078 Tonnen) und die Ukraine (30.300).
Die Rangliste sieht jedoch ganz anders aus, wenn man die weltweit exportierte Menge und den Wert betrachtet. Zwar gehört Mexiko nicht zu den fünf weltweit führenden Himbeerproduzenten, doch gilt es mit nicht weniger als 70.897 Tonnen im Jahr 2015 als führender Exporteur. Die USA folgen mit 42.477 Tonnen Himbeerexporten im Jahr 2015, und die Liste setzt sich fort mit Spanien (mit 34.868 Tonnen), Polen und den Niederlanden.
Die weltweit führenden Produzenten von frischen Himbeeren scheinen den Markt fest im Griff zu haben, und der Ball wird größtenteils unter ihnen hin und her gespielt, während andere Länder versuchen, ihren Platz am Tisch zu behaupten und ihr Potenzial unter Beweis zu stellen (Großbritannien, Spanien, Ungarn, Marokko, Belgien, Frankreich, Deutschland).
In Europa könnte Polen den Spitzenplatz in der weltweiten Rangliste zurückerobern, sollte die Ernte 2016 bei rund 100.000 Tonnen liegen, während der Spitzenreiter des Vorjahres – Serbien – könnte einen Rückgang seiner Erntemenge auf 85.000 Tonnen verzeichnen – gegenüber dem Rekordwert von 110.000 Tonnen im Vorjahr. Es wird erwartet, dass die USA mit einem Ertrag von 72.000 Tonnen den dritten Platz in der Rangliste einnehmen werden, gefolgt von Mexiko mit 45.000 Tonnen und Chile mit 37.135 Tonnen.
Die Rangfolge bei der weltweiten Produktion von gefrorenen Himbeeren unterscheidet sich deutlich von derjenigen auf dem Markt für frische Himbeeren. Serbien ist mit einem Marktanteil von 29,2 % der unangefochtene Marktführer, gefolgt von Chile (17,7 %), Polen (16,4 %), Belgien (5,7 %) und den Niederlanden (4,5 %). Serbien ist ein starker Wettbewerber auf dem europäischen Markt für gefrorene Himbeeren, wobei im Jahr 2010 über 98 % der im Land produzierten gefrorenen Himbeeren für den Export bestimmt waren.
Mexiko bemüht sich intensiv darum, das Vertrauen des EU-Marktes zu gewinnen und mit günstigeren Alternativen über die Grenzen Amerikas hinaus zu expandieren, hat jedoch in Chile einen starken Konkurrenten. Chile scheint sich jedoch zunehmend auf den asiatischen Markt zu konzentrieren und eröffnet damit seinen lateinamerikanischen Konkurrenten immer mehr Chancen. Mexiko exportiert jährlich etwa 10.000 bis 15.000 Tonnen gefrorene Himbeeren; bislang wurden seine Produkte jedoch hauptsächlich über Makler und andere Zwischenhändler auf den europäischen Märkten platziert.
Aufgrund eines Anstiegs der Nachfrage nach gefrorenen Himbeeren in der EU um 45 % in Verbindung mit dem geringen Angebot aus Polen im Wirtschaftsjahr 2015/2016 konnten sich China sowie Bosnien und Herzegowina auf dem Markt profilieren, indem sie diese Nachfrage bedienten. Das Importvolumen aus China stieg auf 6,5 Tausend Tonnen, während die Importe aus Bosnien um 58 % auf 5,1 Tausend Tonnen zunahmen.
Die größten Abnehmer von Himbeeren sind nach wie vor die USA und die EU, doch das Interesse der Verbraucher in Japan, Australien, China, Südkorea, Taiwan, Hongkong und Indien nimmt zu, was bedeutet, dass sich für Himbeerexporteure neue Märkte mit großen Chancen eröffnen.
Die Nachfrage nach Tiefkühlprodukten steigt, und es wird erwartet, dass der Markt für Tiefkühlkost in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Auch die weltweite Produktion von frischen und tiefgekühlten Himbeeren deutet eindeutig auf diesen Trend hin. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die Dynamik der Branche und die Rolle der Marktteilnehmer verändern werden und welche Auswirkungen dies sowohl für die Erzeuger als auch für die Endverbraucher haben wird.